Der Ski-Club Arlberg trauert um seinen Olympiasieger und Ehrenmitglied Othmar Schneider

  • Othmar Schneider - einer der ganz großen Rennläufer des Ski-Club Arlberg ist in der Nacht von 24. auf 25. Dezember im Alter von
    84 Jahren verstorben.

    Er war Österreichs erster männlicher Olympiasieger im alpinen Skirennsport. Bereits mit vier Jahren stand Othmar Schneider erstmals auf Skiern, gemeinsam mit seinem Vater. Der Ski-Club Arlberg förderte das junge Talent aus Lech sehr früh und er durfte bald schon seine ersten internationalen Rennen bestreiten. Ab 1950 gehörte er dem österreichischen Nationalteam an und gewann sowohl die Lauberhorn- als auch die Arlberg-Kandahar Rennen sowie Abfahrten in St. Moritz, Davos und trug sich mehrfach in die Siegerliste des Mahdlochrennens in Lech und des Westenpokales ein.

    Seine große Stunde schlug 1952 bei den olympischen Spielen in Oslo. In seiner Spezialdisziplin der Abfahrt gewann er hinter Zeno Colo die Silbermedaille und tankte damit viel Selbstvertrauen. Im Slalom war er eher Außenseiter. Toni Spiss gehörte zu den Favoriten, ein grober Fehler zerstörte aber alle Medaillenhoffnungen. Und so schaffte Othmar Schneider die Sensation und siegte vor dem norwegischen Favoriten Stein Eriksen und gewann so die erste alpine Goldmedaille bei einer Olympiade für Österreich. Im selben Jahr wurde er zum Sportler des Jahres in Österreich gewählt.

    In den folgenden Jahren konnte er weitere Siege in der Abfahrt und im Slalom für sich verbuchen und war bis 1956 Mitglied der Nationalmannschaft. Danach leitete er in Boyne Mountain im Bundesstaat Michigan in den USA viele Jahre die Skischule. Auch in Portillo in Chile war er als Skischulleiter tätig. Dort bot er den SCA-Rennläufern Sommertrainingsmöglichkeiten, unter anderem Egon Zimmermann, der dann 1964 in Innsbruck in der Abfahrt Olympia Gold gewinnen konnte.

    Othmar Schneider war bei der Ski-WM 1966 in Portillo Rennleiter. Seine zweite sportliche Karriere startete er Anfang der 60er Jahre als Pistolensschütze. Er gewann mehrfach österreichische Staatsmeistertitel und stelle einige Rekorde auf. Sowohl 1968 in Mexiko als auch 1972 in München erbrachte er das Olympialimit, durfte aber wegen des Amateurparagraphen (er verdiente als Skilehrer mit dem Sport Geld) nicht an den Start gehen. Er hätte durchaus das Zeug dazu gehabt einer der ganz wenigen Sportler zu sein, die sowohl bei Winter- als auch bei Sommerolympiaden Medaillen erzielen konnten.1970 durfte er an der Weltmeisterschaft in Thun (Schweiz) teilnehmen und gewann dort im Teambewerb die Bronzemedaille, genauso wie bei der EM in Bukarest 1975. Sein Olympiacomeback gab er 1976 in Montreal als Trainer der österreichischen Schützen, welche eine Bronzemedaille erringen konnten.

    In Lech baute er - gemeinsam mit seiner Frau Irmgard das Hotel Kristiania, benannt nach dem historischen Namen der Stadt Oslo, in der er seine Goldmedaille gewonnen hatte. Er war auch viele Jahre als Geschäftsführer der Firma Huber in Götzis tätig und begeisterter Jäger.
    Othmar Schneider war mit dem SCA immer sehr eng verbunden und nahm sehr regen Anteil am Clubleben. Er war einer der Initiatoren der Weltcuprennen in Lech und bürgte für sehr viele bekannte Persönlichkeiten bei deren Aufnahme in den SCA.
    Mit Hannes und Herbert Schneider verband ihn eine jahrzehntelange Freundschaft. Wenige Tage vor seinem Tod besuchte er die offizielle Übergabe des Hannes Schneider Denkmales in Stuben und freute sich auf den bevorstehenden Winter. Mit Othmar Schneider verliert der SCA nicht nur eine seiner großen Sportlerpersönlichkeiten, sondern auch einen wichtigen Förderer und Gönner unseres Skiclubs.

    Lieber Othmar, ein letztes "Ski Heil - alleweil"
    Deine SCA Familie